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Rolle 4   Maria und die Schmetterlinge
Eine kleine Geschichte, die ein bisschen zum Nachdenken über die Grüne Gentechnik anregen soll.
Vielleicht denkt der eine oder andere darüber nach was der Fortschritt wirklich wert ist. Eine kleine Geschichte, die zum Nachdenken anregen soll, was durch Grüne Gentechnik passieren kann.

In einem kleinen Dorf in den USA liegt ein Maisfeld. Maria wohnt mir ihren Eltern in einem kleinen Haus am Rand des Dorfes. Zur Schule ist es ein weiter Weg und da Maria kein Fahrrad hat, geht sie zu Fuß. Der Weg ist nicht langweilig, weil Maria durch das Dorf-Zentrum gehen muss. Dort trifft sie ihre Freunde. Aber am meisten freut sie sich jedes Jahr auf die Ankunft der Schmetterlinge. Sie kommen immer im Winter und verbringen in Marias Dorf die kalte Jahreszeit.
Sie fliegen über das Mais-Feld und geben jedem Besucher ein Gefühl für die unvergleichliche Schönheit der Natur. Für Maria ist die Ankunft der Schmetterlinge jedes Jahr ein Höhepunkt. Oft steht sie eine halbe Stunde am Maisfeld eines Bauern und beobachtet die Schmetterlinge. "Sie waren schon immer da", sagt Maria, wenn man sie fragt,"und sie werden immer wieder kommen."
Maria war zu dem Zeitpunkt erst 12 Jahre alt und konnte sich nicht vorstellen, dass die Schmetterlinge eines Tages nicht zurück kommen würden.
Eine paar Jahre später lernt Maria in der Schule, dass die 10 Zentimeter großen Schmetterlinge eigentlich Monarchfalter heißen und dass sie recht selten sind.
Von dem Tag an sieht Maria ihre fliegenden Freunde mir noch mehr Begeisterung. Auf dem Nachhauseweg kauft sie eine Zeitung. Da sie nicht anderes zu tun hat, ließt sie die Schlagzeile: "Die Zukunft ist da" steht in großen, schwarzen Lettern auf der ersten Seite. Im darunter stehenden Artikel wird ein Bauer interviewt. Er erzählt, dass er jetzt endlich genveränderten Mais anbauen kann. Er nennt es "einen großen Fortschritt." Maria kennt den Bauern. Ihm gehört das Maisfeld der Schmetterlinge. Sie freut sich. Jetzt können auch ihre kleinen Eroberer der Lüfte verbessere Nahrung bekommen.
Im nächsten Jahr steht der genmanipuliere Mais in voller Blüte. Maria sieht ihn sich an und kann nicht verstehen was an dem Mais anders ist. Er sieht doch normal aus. Aber alle im Dorf sprechen von dem Fortschritt und wie gut es dem Bauern geht. Und was er für eine gute Entscheidung getroffen hat.
Jahre später ist Maria mit der Schule fertig. Ihre Eltern haben inzwischen genug Geld (u.a deshalb weil Marias Vater für den Mais-Bauern arbeitet, der jetzt durch den großen Erfolg seines genveränderten Maises auch seinen Mitabrbeitern mehr zahlen kann) und so fliegt sie nach New York um dort zu studieren. Nach Jahren kehrt sie in ihr Dorf zurück um ihrer kleinen Tochter Sandra die Schmetterlinge zu zeigen. Sie steht jeden Tag am Mais-Feld und wartet auf sie. Aber sie kommen nicht. Ein älterer Herr kommt vorbei und fragt Maria worauf sie warte. "Auf die Monarchfalter" antwortet Maria. Der alte Mann lacht: "Die kommen nicht mehr" erzählt er "Mit der Zeit wurden es immer weniger. Die Wissenschaftler vermuten, dass es an dem Mais liegt. Aber keine Angst. Die Falter gibt es noch. Nur in unserem Dorf nicht mehr. Es sind ja ohnehin nie sehr viele gewesen." Aber selbst diese wenigen haben für Maria etwas bedeutet. Dass sie Falter nicht mehr da sind, mag für die Gesamtpopulation oder dem Bauern nicht viel bedeuteten aber für Maria ist mit den Schmetterlingen auch Teil ihrer Kindheit gestorben. Später findet sie heraus, dass die Falter durch den genmaipulierten Mais unfruchtbarer wurden und früher starben. Vielleicht hat die Grüne Gentechnik dem Dorf den Wohlstand gebracht aber sie hat ihm auch ein wunderschönes Naturschauspiel genommen.





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Info zum Artikel
Von: Karoline
30.01.2006 | 16:46
Artikel-Nr.: 769
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