Das Projekt Wer wir sind Spielregeln Hilfe Impressum
 
Rolle 6   Genmais stillt nur kurz den Hunger
Auf einmal war ein Monsanto Vertreter da und erlöste uns von unserer Hungersnot und unserem erbärmlichen Dasein, aber das hielt nicht lange an... Pepita stand neben ihrem Großvater und schaute zu, wie er mit einem westlich ausssehenden Geschäftsmann verhandelte. Sie verstand nicht, was gessgt wurde, aber sie wusste worum es ging. Der Mann war ein Vertreter eines großen amerikanischen Konzerns und sollte dem kleinen peruanischen Dorf aus der Hungersnot helfen und den Fortschritt einziehen lassen. Ihr Großvater hatte ihr erklärt, als ihre Mutter am vorigen Tag das wenige Essen für die 9köpfige Großfamilie brachte. "Nun brauchen wir nicht mehr lange Hungern. Schon nächstes Jahr wird die Ernte mit diesem speziellen Mais aus dem Westen viel besser ausfallen und uns aus unserer Not holen", wurde der neunjährigen Pepita erzählt," denn der Konzern Monsanto möchte, dass auch wir genug essen bekommen. Wir sollten diesen Menschen, die sich um uns kümmern, dankbar sein."
Pepita erinnert sich noch genau an die Freude in dem kleinen Bergdorf, darüber dass nach zwei Jahren Missernte ein so hoffnungsvolles Geschenk
aus einem so fortschrittlichen Land wie Amerika kam. Für ihre Felder hatten sie umsonst das Maiskorn bekommen. Das war ihre Rettung gewesen. Ein Jahr war nun vergangen und die Amerikaner hatten recht: Das amerikanische Saatgut war wirklich ertragsreicher gewesen, als alles andere, das sie je angebaut hatten. Denn eigentlich war ihr Dorf für einen optimalen Pflanzenanbau zu hoch in den Bergen gelegen.
Auf ihren Großvater war Pepita besonders stolz, denn er hatte von dem gelieferten Mais an jedem Bauern etwas für seine Felder abgegeben, damit allen Ernten besser würden. So war es auch gekommen, alle Ernten waren gut und es gab endlich wieder genug essen. Als nach einem Jahr der Monsanto-Vertreter wiederkam, wurde er feierlich empfangen. Im moment saß er am Tisch der Familie von Pepita und wurde von ihrer Mutter mit den typisch peruanischen Speisen verwöhnt. "Er erzählt von neuen Angeboten an Maiskorn", übersetzte der Großvater. Er dankte für diese Angebote, aber die Bauern aus dem Dorf hätten ihren ganzen Gewinn für die Abzahlung ihrer Schulden ausgegeben und müssten noch ein so gewinnbringendes Jahr mit dem bisherigen Mais machen. Sie hätten dengroßen Teil Mais für die nächste Saat sehr gut aufgehoben. Da lachte der Amerikaner und erklärte kompliziert: "That was a mistake, because the corn won´t grow as a result of the scientists´ changes in the DNA."
Der Großvater lachte herzlich und lobte den Humor des Vertreters. "That´s no joke. If you won´t buy our corn you won´t have something to eat next year." Da begriff der alte Mann was für ein Spiel mit ihnen getrieben wurde und dass er sich nun entweder in eine Abhängigkeit oder in eine noch größere Hungersnot begeben musste... Denn wo fanden sie Geldanleihen für ein ganzes Dorf? Der genmanipulierte Mais hatte sie nur kurzzeitig satt gemacht, bevor er ihnen die Existenz vernichtete.





Ältere Versionen dieses Artikels einsehen

Druckversion
Als E-Mail verschicken


 Zurück zur Übersicht
Benutzername
Kennwort
Liste aller Teilnehmer
Info zum Artikel
Von: Moralapostel
31.01.2006 | 16:15
Artikel-Nr.: 1014
Aufrufe: 28

Bewertungen insgesamt: 4

Kommentare: 0