Biotalk
Zusammenfassung: Kampf gegen den Hunger oder bizarres Horrorszenario?

Ihr habt in vielen hundert Beiträgen und Kommentaren viel Informatives, Argumentatives und auch Bizarres zum BioTalk beigetragen. Diese kurze Zusammenfassung soll ein paar Blitzlichter auf die Diskussion werfen, um Euch nach dem Wochenende den Wiedereinstieg zu erleichtern:

Das Basisargument pro Gentechnik besagt, dass die Gentechnik Vorteile im Kampf gegen Hunger und Armut der 3. Welt bietet: „z.B. könnte man den 3. Welt Ländern helfen, indem man besonders widerstandsfähige Kost züchtet. So könnte man dann in weniger gut bedingten Landschaften auch etwas anbauen. Das würde einer Menge Menschen helfen.“ (Jeanne, Wissenschaftlerin).

Weitere pro Gentechnik Vertreter führen zum Beispiel folgende Argumente an: „An gentechnisch veränderten Pflanzen ist nichts unnatürliches! Alle Lebewesen haben den universellen genetischen Code. Also ist eine gentechnisch veränderte Pflanze immer noch natürlich. Warum also soll Gentechnik ethisch nicht vertretbar sein?“ (Karoline, Landwirtin). „geschmack mal anders - haltet ihr es für möglich dass man nicht nur allgemein genfood erstellt sondern auch den geschmack ändert .. z.b äpfel schmecken nach bananen usw.. haltet ihr das für möglich interessant wärs ja :)“ (nina_hase26, Verbraucherin)

Das Hauptargument contra Gentechnik ist die Angst vor gefährlichen und unvorhersehbaren Folgen: „Weiß überhaupt jemand ob die gentechnisch veränderten Lebensmittel, nicht irgendwann bedrohliche Folgen für unsere Nachkommen haben? Werden unsere Kinder krank davon ohne es zu wissen?????“ (Anje, Verbraucherin).

Auf etwas abstrakterer Ebene tragen die meist contra eingestellten Geistlichen zur Diskussion bei und hinterfragen die Gentechnik bezüglich ihrer ethisch-moralischen Hintergründe: „gentechnik tut das, was die natur von selber tut, sie verändert organismen. allerdings wesentlich schneller und nicht nach natürlichem system, so besteht die gefahr, das es sich nicht mit der uns von gott gegebenen mutternatur verträgt. ich sehe die gefahr nicht im ethnischem, eher im moralischem, in unserer verantwortung der welt gegenüber, die auch nicht eigennützig ist, schließlich leben wir hier(die erde ist auch mein persönlicher lieblingsplanet)“ (darthJules, Geistlicher).

Bizarre Horrorszenarios tauchten immer wieder neu in der Diskussion auf, besonders eindrücklich die Furcht vor gentechnisch veränderten Menschen, wie etwa in folgenden Beiträgen: „Neue Rassenart?! Kann man durch die Gentechnick nicht auch neue Menschenrassen erschaffen/züchten??“ (Robin, Politiker) „in meinen augen ist es nicht gut pflanzen gentechnisch zu manipulieren. das senkt die hemmschwelle und wird irgendwann wissenschaftler dazu bringen, auch tiere zu verändern und ihr natürliches erbe zu zerstören. Wann sind die menschen an der reihe?“ (flanny, Umweltaktivistin) .

Der Wunsch nach Grenzen, die aufzeigen, wie weit die Gentechnik gehen darf, zeigt sich in den vielen Kommentaren auf Schreckensszenarios und auch in eigenständigen Beiträgen, wie zum Beispiel diesem: „Der Gentechnik muss irgendwann ihre Grenzen aufgezeigt werden. In der Zukunft darf es z.B. keine Bananen geben, die laufen können.

Den Vorschlag, dass mit veränderten Lebensmitteln Menschen in der 3. welt geholfen wird, finde ich allerdings ganz passabel. Doch mit diesem Beitrag will ich an alle appellieren. Früher oder später wird sich das Thema Gentechnik zu einer Gefahr ausweiten.“ (Kenoo, Geistlicher) Ihr habt während der Diskussion ganz eindeutig erkannt, dass es beim Thema Gentechnik auf gute Argumente ankommt. Ein Beispiel dafür ist der folgende Beitrag: „Das Abwägen - Viele Parteien vertreten die eine oder eben andere Seite der Medaille. Letztendlich liegt es daran, mit welchen Argumenten gearbeitet wird und inwiefern Objektivität bestehen kann; besonders die Gen-Technik verleitet hier zu Diskussionen, die sich eigentlich nur im Kreis drehen.

Am meisten bestritten wird wohl die ethische Haftbarkeit der Stammzellenforschung (Leben nehmen und dafür geben), aber auch im Bereich des Gen-Foods sollte jeder sowohl negative als auch positive Folgen abschätzen können“ (Luthien, Umweltaktivist).

 Also weiter so, viel Spaß beim Diskutieren!

S. Roeder, Moderation









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